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Richtlinie zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Gutscheinen veröffentlicht

Am 27. 06.2016 wurde die Richtlinie (EU) 2016/1065 zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Gutscheinen („RL zur Änderung der Richtlinie 2006/112/EG hinsichtlich der Behandlung von Gutscheinen“) vom Rat der EU beschlossen. Sie regelt die umsatzsteuerliche Behandlung von Gutscheinen.

Dieneue Richtlinie enthält Regelungen für Einzweck-Gutschein, Mehrzweck-Gutscheinund die Rechtsfolgen, die sich an diese Unterscheidung knüpfen. Ein Gutscheinliegt vor, wenn sich aus ihm die Verpflichtung ergibt, ihn als Gegenleistung(oder als Teil einer solchen) für eine Lieferung von Gegenständen oder eineErbringung von Dienstleistungen anzunehmen. Gutscheine, die dem Inhaberlediglich einen Preisnachlass beim Erwerb eines Gegenstandes oder einerLeistung einräumen, werden von der Richtlinie nicht erfasst. Vielmehr muss einGutschein i. S. der Richtlinie direkt zum Bezug eines Gegenstandes oder einersonstigen Leistung berechtigen.

Bei einem Einzweck-Gutscheinsteht der Ort der Lieferung oder der sonstigen Leistung, auf die sich derGutschein bezieht – und somit die umsatzsteuerlicheBehandlung – zum Zeitpunkt der Ausstellung des Gutscheins bereits fest. DasEinlösen eines solchen Gutscheins führt zu keinem weiteren umsatzsteuerbarenVorgang. Bei einem Mehrzweck-Gutschein führt erst die tatsächliche Lieferungoder sonstige Leistung, für die der Unternehmer den Gutschein als Gegenleistungakzeptiert, zur Umsatzsteuerpflicht. Die Übertragung als solche ist nichtumsatzsteuerbar.

DieNeuregelung gilt für alle nach dem 31.12.2018 ausgestellten Gutscheine.Bis zu diesem Datum hat Deutschland längstens Zeit, sein nationalesUmsatzsteuergesetz und den Umsatzsteueranwendungserlass an die geänderten Richtlinienvorschriftenanzupassen. Welche Änderungen im deutschen Umsatzsteuerrecht nötig sein werden,wird derzeit von der Finanzverwaltung geprüft.


erstellt am 03.11.2016

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