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Micro-Bilanzgesetz gilt ab dem Jahresabschluss 2012

Am 27.12.2012 hat die Bundesregierung Erleichterungen der Bilanzerstellungs- und Offenlegungsverpflichtungen für „Kleinstkapitalgesellschaften“ beschlossen und die Anwendung des Micro-Bilanzgesetzes bereits für Geschäftsjahre ab dem Abschlussstichtag 31.12.2012 möglich gemacht.

Welche Unternehmen gelten als„Kleinstkapitalgesellschaften“?

 

Unterdie Regelungen fallen GmbHs, UGs undGmbH & Co KGs, wenn an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagenfolgende Größenmerkmale nichtüberschritten werden:

 

Umsatzerlöse

700.000,00 EUR

Bilanzsumme

350.000,00 EUR

Arbeitnehmer

10

 

Welche Erleichterungen ergeben sich bei derAufstellung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung?

 

1.    Darstellungstiefe:

 

Eswird ein vereinfachtes Gliederungsschemaangewendet, bei dem auf der Aktivseite nur noch Anlage-, Umlaufvermögen undRechnungsabgrenzungsposten und auf der Passivseite Eigenkapital, Rückstellungenund Verbindlichkeiten als zusammengefasste Positionen gezeigt werden.

 

Beider Gewinn- und Verlustrechnung beschränkt sich die Darstellungstiefe imWesentlichen auf Umsatzerlöse, Materialaufwand, Personalaufwand und sonstigeAufwendungen.

 

2.    Verzicht auf die Erstellung eines Anhangs:

 

Darüberhinaus können die Unternehmen bei Anwendung des Micro-Bilanzgesetzes auf dieAufstellung eines Anhangs komplett verzichten.

 

Haftungsverhältnisseund sonstige Angaben zu Vorschüssen und Krediten an die Mitglieder der Organeder Gesellschaft müssen dann unterhalb der Bilanz ausgewiesen werden.


Welche Erleichterungen ergeben sich bei derOffenlegung?

 

Kleinstgesellschaftenmüssen bei Anwendung des Micro-Bilanzgesetzes in Zukunft nicht mehr zwingend den kompletten Jahresabschluss, bestehend ausBilanz und Anhang beim elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichen.

 

Künftig reicht es aus, wenn lediglich dieBilanz elektronisch beim Bundesanzeiger hinterlegt wird, sodassinteressierte Dritte die Bilanz nur noch auf Antrag und dann kostenpflichtigbeim elektronischen Bundesanzeiger anfordern können.

 

Einweiterer Punkt der für die Erleichterungen bei den Offenlegungsvorschriftenspricht, ist, dass Sie es auf diese Weise Konkurrenten, Kunden oder LieferantenIhres Unternehmens schwerer machen können, den Jahresabschluss per Mausklickaus dem Internet herunterzuladen.

 

SpürbarerBürokratieabbau wäre es gewesen, wenn man sich dazu durchgerungen hätte, beiKleinstgesellschaften auf eine Offenlegung/Hinterlegung des Jahresabschlusseskomplett zu verzichten.

 

Demnachist es jetzt in diesen Fällen nicht mehr möglich, mit wenigen Mausklicks unter www.unternehmensregister.de denJahresabschluss der Gesellschaft kostenfrei abzurufen.

 

Nachwie vor bleibt es Ihnen unbenommen, den Jahresabschluss nach den bisherigenRegelungen inkl. einem Anhang aufzustellen und - wie bislang - beimelektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichen.

 

Die Anwendung des Microbilanzgesetzes ist fürSie dann sinnvoll, wenn Sie selbst auf die detaillierte Aufgliederung derPositionen Ihrer Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung verzichten wollen undSie gleichzeitig mangels Finanzierungsabsichten Ihres Unternehmens nicht daraufangewiesen sind, einen aussagekräftigen Jahresabschluss für externe Bilanzleser(z. B. Banken) erstellen zu müssen. Wenn Ihr Jahresabschluss der Bank vorgelegtwird, wird ein Jahresabschluss nach dem Micro-Bilanzgesetz für Sie vermutlich nichtmöglich sein, weil Ihre Bank einen aussagekräftigen Jahresabschluss mit Anhangder Kreditentscheidung zugrunde legen will.

erstellt am 30.07.2013

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