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Betrieblich gewährte Geschenke - was ist zu versteuern?

Unternehmer können betrieblich veranlasste und zur vereinbarten Leistung gewährte Geschenke an Geschäftspartner pauschal mit 30 Prozent versteuern.


Bei den Zuwendungen des Unternehmers an Dritte handelt es sich regelmäßig um
 
•      Geschenke im Sinne des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG (Einkommensteuergesetz) oder
•      Incentives (z. B. Reise oder Sachpreise aufgrund eines ausgeschriebenen Verkaufs- oder Außendienstwettbewerbs)
•      Nutzungsüberlassungen als Geschenke
 
Zuzahlungen des Zuwendungsempfängers mindern lediglich die Bemessungsgrundlage. Zuzahlungen durch Dritte (z. B. Beteiligung eines anderen Unternehmers an der Durchführung einer Incentive-Reise) mindern die Bemessungsgrundlage nicht.
 
Beim Beschenkten muss geklärt werden, ob das Geschenk zu einkommensteuerpflichtigen Einnahmen führt. Deshalb müssen z. B. Geschenke an Personen, die nicht in Deutschland steuerpflichtig sind, nicht pauschal versteuert werden. Aufmerksamkeiten im Wert von bis zu 60 EUR, die dem Empfänger aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses zugewendet werden, gehören nicht zu steuerpflichtigen Einnahmen.
 
Beispiel 1:
Empfänger des Geschenks ist ein Unternehmer, der das Geschenk wegen der geschäftlichen Verbindung zum Schenker erhält. Konsequenz: Das Geschenk führt beim Unternehmer zu steuerpflichtigen Betriebseinnahmen. Er muss das Geschenk als Betriebseinnahme buchen, wenn der Schenker die Zuwendung nicht pauschal gem. § 37b EStG versteuert.
 
Beispiel 2:
Der Empfänger erhält das Geschenk im Wert von maximal 60 EUR (brutto) aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses. Konsequenz: Es handelt sich dann um Aufmerksamkeiten, die nicht zu steuerbaren und steuerpflichtigen Einnahmen führen.
 
Beispiel 3:
Empfänger des Geschenks ist ein Arbeitnehmer, der für ein Unternehmen tätig ist, das in einer geschäftlichen Verbindung zum Unternehmen des Schenkers steht. Konsequenz: Der Empfänger ist kein Arbeitnehmer im Betrieb des schenkenden Unternehmers/Unternehmens. Das Geschenk ist personengebunden und kann somit nicht als Geschenk an das Unternehmen umgedeutet werden.
 
Das Geschenk ist nicht als  Arbeitslohn zu erfassen, es sei denn, die Sachzuwendung ist als Arbeitslohnzahlung durch einen Dritten (= Schenker) zu behandeln.
Zuwendungen als Arbeitslohn
Der Lohnsteuer unterliegt auch der Arbeitslohn, der von einem Dritten gewährt wird, wenn der Arbeitgeber weiß oder erkennen kann, dass derartige Vergütungen erbracht werden.  Bei der Zuwendung muss es sich also um ein Entgelt „für“ eine Leistung handeln, die der Arbeitnehmer  für seinen Arbeitgeber erbringt, erbracht hat oder erbringen soll. Handelt es sich um Aufmerksamkeiten, die aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses zugewendet werden, handelt es sich von vornherein nicht um steuer- pflichtige Einnahmen.
erstellt am 24.10.2018

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