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Requirements Engineering im Innovationsprozess

Fachartikel von Dr.-Ing. Peter Klausmann
In der Diskussion von Innovationsaktivitäten wird der Fokus auf Kreativität, Start-up Spirit und Kundenfokus gerichtet. Dies ist grundsätzlich gut und richtig. Doch allzu oft scheitern Innovationen nicht an einem Mangel an guten Ideen, sondern an der präzisen Zusammenführung der Interessen der Stakeholder.


In der Diskussion von Innovationsaktivitäten wird der Fokus auf Kreativität, Start-up Spirit und Kundenfokus gerichtet. Dies ist grundsätzlich gut und richtig. Doch allzu oft scheitern Innovationen nicht an einem Mangel an guten Ideen, sondern an der präzisen Zusammenführung der Interessen der Stakeholder.

Viele Stakeholder in einem Innovationsprojekt
Die Zahl der Stakeholder ist gerade in großen Unternehmen und bei größeren Innovationsprojekten hoch, denn neben dem wichtigsten Stakeholder, dem Kunden, sind z.B. Vertrieb, Produktion, Lieferanten, Servicedesign, Qualitätssicherung, Usability, Datensicherheit, Marketing, Controlling, Betriebsräte und Geldgeber relevant. Hinzu kommen noch die gesetzlichen Vorgaben, Normen, Umweltauflagen, technische Standards und ggf. ethische Gesichtspunkte, die zwingend einzuhalten sind. Der Abgleich und die Bündelung der Interessen und der Anforderungen der in einem Projekt relevanten Stakeholder ist deswegen eine wichtige Voraussetzung, damit eine Innovationsidee nicht auf dem Weg durch die Instanzen „verhungert“ und am Ende der Entwicklung Produkte entstehen, die sich nur schwer verkaufen lassen.

Die Aufgaben des Requirements Engineers
Der Erfassung, Bewertung, Verhandlung und Dokumentation sämtlicher Anforderungen der Stakeholder sind daher die zentralen Aufgaben des Requirements Engineering. Die Vielschichtigkeit dieser Tätigkeit erfordert vom Requirements Engineer neben der fachlichen Tiefe vor allem ausgeprägte Soft-Skill Qualitäten wie Empathie, emotionale Intelligenz, aktives Zuhören, Konfliktlösungsfähigkeit und Verhandlungsgeschick. Bei der Dokumentation der Anforderungen wird zusätzlich Sprachgefühl und eine präzise Ausdrucksweise benötigt. Bei internationalen Entwicklungsteams kommen noch interkulturelle Aspekte hinzu.

Hohe Kosten bei fehlenden oder falschen Anforderungen
Dabei sind die Anforderungen in einem Innovationsprojekt meist nicht statisch, sondern entsprechend dem fortscheitenden Erkenntnisgewinn fortlaufend anzupassen. Fehlende oder gar falsche Anforderungen führen vor allem bei einem bereits fortgeschrittenen Entwicklungsprozess zu hohen Kosten und im Extremfall sogar zu Rückrufaktionen, wenn Produkte sich bereits im Markt befinden.
Somit spielt Requirements Engineering im Innovationsprozess eine erfolgskritische Rolle als wichtiges Werkzeug bei der konkreten Umsetzung von Ideen.


Weitere Infos unter https://okosu.de/design-thinking-blog/
erstellt am 05.06.2017

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